Boden ist lebendig!

Kampagnenset4 - Erde & Luft
Alterab 6 Jahren
Anpassungen notwendig fürKinder/Jugendliche mit intellektuellem oder motorischen Förderbedarf
ZielSpielerische Wissensvermittlung Bodenanreicherung
Dauer30 Min
Material
  • Verschiedene Bodenproben (Wiese, Wald, Beet, verdichteter Boden)
  • Weiße Teller
  • Lupen
  • Pinsel oder kleine Löffel

Beschreibung

Durchführung – einfache Version

1.       Gebt etwas von der gesammelten Erde auf unterschiedliche Teller. Merkt euch dabei genau, auf welchen Tellern welche Erde ist oder beschriftet sie.

2.       Sucht nun mit einer Lupe die Erde nach kleinen Krabbeltieren, Pflanzenresten und anderen spannenden Dingen ab.

3.       Zählt gemeinsam, wie viele unterschiedliche Tierchen ihr gefunden habt.

4.       In welcher Erde findet ihr die meisten Tiere?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können auch versuchen, die Tierchen in Kategorien zu sortieren: Würmer, Springschwänze, Käfer, Milben, usw. Danach könnt ihr herausfinden, in welcher Erde ihr die größte Artenvielfalt finden könnt. Was bedeutet diese Artenvielfalt für den Boden und die Tiere die darin und darüber leben?

Erklärung

Bodenorganismen (Bakterien, Pilze, Springschwänze, Milben, Nematoden, Regenwürmer) bilden ein Netzwerk, das organische Substanz abbaut, Nährstoffe "bewegt” und Bodenstruktur (also z.B. Poren für Luft und Wasser) aufbaut. Regenwürmer belüften den Boden und verteilen organisches Material. Mykorrhiza-Pilze verbinden Pflanzenwurzeln und erlauben Nährstoff- und Kohlenstoff-Austausch über große Distanzen — ein Netzwerk, das Biodiversität und Stabilität fördert.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Lebendige Böden sind für das Klima sehr wichtig, weil sie große Mengen Kohlenstoff speichern. Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Pilze und Bakterien zersetzen abgestorbene Pflanzen und bauen daraus Humus auf. Humus hält Kohlenstoff langfristig fest und verhindert, dass er als CO₂ in die Atmosphäre gelangt. Wenn Böden gesund sind und ein aktives Bodenleben besitzen, speichern sie wesentlich mehr Kohlenstoff und machen Landschaften widerstandsfähiger gegen Hitze und Starkregen.

Werden Böden jedoch verdichtet, überdüngt, versiegelt oder durch intensive Nutzung geschädigt, sterben Bodenlebewesen ab und Humus wird abgebaut. Dabei wird CO₂ freigesetzt, was die Klimaerwärmung beschleunigt.

 

Inklusionstipps

Der Schwerpunkt auf Fühlen, Beobachten und Sortieren eröffnet viele Zugänge für unterschiedliche Bedürfnisse. Bodenstrukturen können mit den Händen ertastet und Funde mit Pinseln oder Löffeln untersucht werden, sodass auch Kinder mit Sehbeeinträchtigung aktiv teilnehmen können. Kleinlebewesen lassen sich zusätzlich mit Lupen mit Licht und Assistenz betrachten oder über Tiermodelle erklären. Ergebnisse können nonverbal durch Sortieren, Zeigen oder Ja-/Nein-Karten ausgetauscht und mit Piktogrammen für Begriffe wie „Tier“, „klein“ oder „Boden“ unterstützt werden. Das Arbeiten am Tisch mit fixierten Tellern und gut greifbarem Werkzeug erleichtert die Teilnahme bei körperlichen Einschränkungen. Da keine akustischen Informationen notwendig sind, eignet sich das Experiment auch für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder. Die einfache und die vertiefte Variante ermöglichen eine Differenzierung nach Alter, Vorwissen und Interesse. Klare Such- und Sortierregeln sowie begrenzte Suchzeiten geben zusätzlich Orientierung für Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen oder im Autismus-Spektrum.