Pflanzen kühlen die Luft!

Kampagnenset4 - Erde & Luft
Alterab 6 Jahren
Anpassungen notwendig fürKinder/Jugendliche mit intellektuellem oder feinmotorischen Förderbedarf
ZielSpielerische Wissensvermittlung Bodenanreicherung
Dauer30 Min
Material
  • Zwei gleiche Schüsseln oder Teller
  • Ein Bündel frische Blätter/Gräser oder Topfpflanze
  • sonniger Platz
  • 2 Thermometer (oder 1 Oberflächenthermometer, wie zum Fieber messen an der Stirn)
  • Optional: Fächer/Karton zum Luft erzeugen

Beschreibung

Durchführung – einfache Version

  1. Füllt eine der beiden Schüsseln mit Blättern, die andere lasst ihr leer. Legt in beide Schüsseln ein Thermometer und stellt sie in die Sonne.
  2. Wartet etwa 10-15 Minuten ab, in denen die Sonne die beiden Schüsseln gut erwärmen kann.
  3.  Messt dann mit dem Thermometer die Temperatur in den Schüsseln. Zusätzlich können die Kinder auch mit der Hand fühlen, welche Schüssel sich wärmer und welche sich kühler anfühlt.
  4. Besprecht zum Schluss: Woher kommt die Kühle über den Blättern?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können

Zusätzlich ein Thermometer unter und neben die Blätter legen und auch dort die Temperatur messen. Außerdem können sie mit einem Fächer oder einem Stück Karton Wind simulieren und herausfinden, welchen Einfluss diese Luftbewegungen auf die Temperatur haben. Beobachtet dazu die Temperatur die ganze Zeit über und messt nicht nur punktuell.

Erklärung

Pflanzen regulieren die Temperatur durch Transpiration: Wasser in ihren Wurzeln wird über den Stamm und die Blattadern an die Blattoberfläche transportiert und dort in die Luft abgegeben. Die Verdunstung entzieht der Umgebung Wärme  — derselbe Effekt wie bei unserem Schwitzen. Zusätzlich bieten Blätter Schatten, reduzieren direkte Strahlungswärme auf Böden und Gebäude und verändern lokale Luftströmungen. Dadurch wird ihre Umgebung zusätzlich abgekühlt.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Bäume, Büsche und Wiesen verhindern Hitzeinseln in der Stadt und machen das Klima angenehmer. Dadurch muss außerdem weniger durch Klimaanlagen und Ähnliches gekühlt werden, was wiederum Energie spart. 
Außerdem beeinflusst dieses “Schwitzen” der Pflanzen durch den abgegebenen Wasserdampf auch die lokale Wolkenbildung und damit den Niederschlag. Denn dieser Prozess ist sehr wirksam: Ein großer Baum kann an einem Tag bis zu 300 Liter “Wasser” an die Luft abgeben! Die feuchte, warme Luft über den Pflanzen steigt dann nach oben  wo sie durch die eisigen Temperaturen wieder abgekühlt wird. Weil kalte Luft weniger Wasser “halten” kann als warme Luft, entstehen winzige Wassertröpfchen. Diese lagern sich an winzigen Teilchen in der Luft (Pollen, Staub, etc.) an. Viele davon zusammen ergeben Wolken, die wiederum das Wasser irgendwann auf wieder auf die Erde hinunter regnen oder schneien lassen. Deswegen regnet es z.B. im Regenwald fast täglich - er erzeugt durch das Schwitzen der vielen Pflanzen sozusagen seinen eigenen Regen und verdankt diesem auch seinen Namen.

Wenn es aber immer weniger Pflanzen gibt, die schwitzen, gibt es auch weniger Regen, mehr Trockenheit und Dürren und ganze Gebiete können austrocknen.

 

Inklusionstipps

Das Experiment ist gut inklusiv umsetzbar, da Temperaturunterschiede sowohl gemessen als auch direkt ertastet werden können. Kinder können mit der Hand fühlen, welche Schüssel wärmer oder kühler ist, wodurch auch Kinder mit Sehbeeinträchtigung aktiv teilnehmen. Zusätzlich können sprechende Thermometer genutzt oder Messwerte von Erwachsenen vorgelesen werden. Der Ablauf kommt mit wenig Sprache aus und lässt sich nonverbal über Symbole oder farbige Karten für „wärmer“ und „kühler“ begleiten, was besonders für DaZ- oder nonverbale Kinder geeignet ist. Für Kinder mit körperlichen Einschränkungen können Schüsseln und Thermometer stabil und gut erreichbar auf Tischhöhe positioniert werden. Da das Experiment visuell und haptisch funktioniert, ist es auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder geeignet. Die einfache und die vertiefte Variante ermöglichen zudem eine gute Differenzierung nach Alter, Vorwissen und Aufmerksamkeitsspanne. Schnelle, spürbare Effekte sowie klar strukturierte Messschritte unterstützen Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen oder Aufmerksamkeitsbedarf.