| Kampagnenset | 4 - Erde & Luft |
| Alter | ab 6 Jahren |
| Anpassungen notwendig für | Kinder/Jugendliche mit intellektuellem Förderbedarf |
| Ziel | Spielerische Wissensvermittlung |
| Dauer | Vorbereitung ca. 30 Min, danach Beobachtung & Besprechung über mehrere Wochen |
| Material |
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Beschreibung
Einfache Version
- Füllt die Pflanzgefäße mit verschiedenen Arten Erde und beschriftet sie entsprechend. Die Kinder setzen in jeden Kübel die gleiche Pflanze und gießen gleichmäßig. Verteilt hier die “Pflegeaufgaben” und Verantwortung, sodass sich alle mal um die Pflanzen kümmern können. Besprecht davor auch, was es zur Pflanzenpflege alles braucht, woran man erkennen kann, ob die Pflanzen Wasser brauchen (feuchte Erde) etc.
- Schaut nach einiger Zeit nach: Welche Pflanzen in welcher Erde wachsen besser? Welche brauchen wie oft Wasser?
Vertiefte Version
Ältere Kinder und Jugendliche können das Pflanzenwachstum auch ganz genau messen (Pflanzenhöhe in cm oder bei Gemüsepflanzen Erntemenge in kg). Notiert euch außerdem, wie viel ihr welche Pflanzen gießen musstet. Vergleicht dann die Pflanzen nach Wasserverbrauch und Wachstum oder Erntemenge. Was bedeutet das für die Landwirtschaft? Was ist auch in größerem Maß umsetzbar? Recherchiert gemeinsam zu Landwirtschaft (besonders zu Düngemethoden und Pestiziden) und überlegt euch, welchen Einfluss diese Methoden auf das Klima haben. Was könnte in der Landwirtschaft verändert werden?
Erklärung
In diesem Experiment werden kleine Pflanzparzellen mit unterschiedlichen Bodenarten angelegt. Die Kinder können beobachten, wie Pflanzen unter verschiedenen Bedingungen wachsen und wie viel Wasser sie benötigen. Pflanzen benötigen Nährstoffe, Wasser und Luft aus dem Boden, um gesund zu wachsen. Verschiedene Böden unterscheiden sich in ihrer Wasserspeicherfähigkeit, in der Nährstoffversorgung und in der Durchlüftung. Humusreiche Böden halten Wasser besser und liefern Nährstoffe kontinuierlich, während sandige oder verdichtete Böden Wasser und Nährstoffe weniger gut speichern. Durch den Vergleich der Parzellen lernen die Kinder, dass die Bodenqualität entscheidend für das Pflanzenwachstum ist und dass gesunde Böden die Grundlage für funktionierende landwirtschaftliche Systeme bilden.
Klimarelevanz
Die Qualität und Pflege von Böden hat direkte Auswirkungen auf das Klima. Gesunde, humusreiche Böden können große Mengen Kohlenstoff speichern und verhindern so, dass CO₂ in die Atmosphäre gelangt. Wenn Böden degradiert oder überdüngt werden, verringert sich ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu binden, und Treibhausgase werden freigesetzt. Außerdem beeinflusst die Bodenqualität den Wasserhaushalt: Böden, die Wasser gut speichern, schützen Pflanzen in Trockenzeiten und reduzieren Hochwasser bei Starkregen. Regenerative Landwirtschaft, die auf Humusaufbau, Mischkulturen und Bodenschutz setzt, stärkt das Ökosystem, speichert CO₂ langfristig und trägt aktiv zum Klimaschutz bei. Das Experiment zeigt anschaulich, dass schon kleine Veränderungen in der Bodenpflege große Auswirkungen auf Pflanzenwachstum und Klima haben können.
Inklusionstipps
Die langfristige Beobachtung von Pflanzenwachstum und Bodenfeuchte bietet viele unterschiedliche Zugänge und macht Veränderungen über Zeit gut erfahrbar. Pflanzenhöhe, Blattstruktur und Bodenfeuchte können ertastet werden, sodass auch Kinder mit Sehbeeinträchtigung aktiv eingebunden sind. Werden größere Pflanzen und deutlich unterschiedliche Erden verwendet, erleichtert das, dass Wahrnehmen von Unterschieden. Die Kübel lassen sich mit Farben oder Symbolen kennzeichnen, wodurch Vergleiche auch nonverbal möglich sind und besonders DaZ- oder nonverbale Kinder profitieren. Pflanzkübel in erreichbarer Höhe sowie Trichter oder Gießhilfen unterstützen Kinder mit körperlichen Einschränkungen bei der Pflege. Da Beobachtung und Dokumentation visuell erfolgen können, eignet sich das Experiment auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder. Die einfache und die vertiefte Variante ermöglichen eine Differenzierung nach Alter, Vorwissen und Interesse, während eine wiederkehrende Pflegeroutine Struktur und Sicherheit für Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen bietet. Die langsame Veränderung bei dem Experiment kann für Kinder mit geringer Aufmerksamkeitsspanne oder Beeinträchtigung des Erinnerungsvermögens jedoch Frustration auslösen. Abhilfe verschafft klare multimediale Dokumentation: Messwerte in Liste eintragen, Vergleichsfotos, etc.