Der Boden als Wasserschwamm

Kampagnenset4 - Erde & Luft
Alterab 6 Jahren
Anpassungen notwendig fürKinder/Jugendliche mit intellektuellem Förderbedarf
ZielSpielerische Wissensvermittlung Bodenanreicherung
Dauer30 Min
Material
  • zwei Flaschen mit abgeschnittenem Boden oder zwei Trichter
  • Filterpapier/Kaffee- oder Stofftuch
  • Unterschiedliche Böden (Wald, Wiese, Beet, verdichtet, Sand)
  • Messbecher mit Wasser
  • Auffanggefäß

Beschreibung

Durchführung – einfache Version

  1. Legt in eure Trichter (oder aus Flaschen selbst gebastelte Trichter) Filterpapier oder ein dünnes Stofftuch und füllt sie dann jeweils mit verschiedenen Arten von Boden.
  2. Nehmt nun eine bestimmte Menge Wasser (je nach Größe z.B. 0,5l oder 1l) und füllt sie langsam oben in den Trichter ein. Fangt das durchgeronnene Wasser in einem Gefäß wieder auf.
  3. Vergleicht bei den verschiedenen Böden, wie viel Wasser ihr nach dem “Filtern” wieder aufgefangen habt. Welcher Boden speichert am meisten Wasser und lässt am wenigsten durchrinnen?

Durchführung – vertiefte Version

Ältere Kinder und Jugendliche können zusätzlich zur Menge des Wassers auch jeweils die Durchlaufzeit messen und vergleichen. Außerdem könnt ihr euch ausrechnen, wie viel Wasser im Boden verbleibt, indem ihr das durchgeronnene Wasser auch in eurem Messbecher messt und dann einfach von eurer Ausgangsmenge abzieht. Wie groß ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Böden?

Erklärung

Boden speichert Wasser in Poren und an Oberflächen von kleinen Teilchen wie Ton oder Humus. Humoser, gut durchlässiger Boden hält Wasser für Pflanzen verfügbar und gibt es langsam ab - ähnlich wie ein Schwamm. Versiegelung verhindert das Ablaufen von Wasser, erhöht Abfluss und Belastung des Kanalsystems; gleichzeitig entzieht sie der Landschaft Wasserspeicher, wodurch Trockenheit und Dürreempfindlichkeit steigen. Verdichteter Boden verursacht also Überschwemmungen und Trockenheit gleichzeitig.

Warum ist das wichtig fürs Klima?

Grünflächen schützen vor Hitze & Hochwasser. Zum einen, weil die Pflanzen den Bereich kühl halten, zum anderen, weil der Boden dort humusreich und locker ist. Im Humus wird CO2 gespeichert, durch den lockeren Boden wird Wasser länger für die Pflanzen gespeichert und kann im Fall von starken Regen durch die großen Poren im Boden auch leichter ablaufen. Versiegelung und Verdichtung von Boden zerstört die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Auch bei verdichtetem Boden können Pflanzen nicht mehr so gut wachsen, was sich direkt (CO2) und indirekt (Wolkenbildung und Regen durch “Schitzen” der Pflanzen – siehe Experiment 3) auf die Temperatur und das Klima auswirkt.

 

Inklusionstipps

Durch das langsame Eingießen, Auffangen und Vergleichen von Wasser eröffnet das Experiment viele sinnliche Zugänge. Der Wasserabfluss kann nicht nur gesehen, sondern auch gehört oder als Vibration am Auffanggefäß gespürt werden, was Kindern mit Sehbeeinträchtigung die Teilnahme erleichtert. Unterschiede in den Wassermengen lassen sich zusätzlich über das Gewicht der Gefäße oder durch Ertasten der Wasserstände erfahrbar machen. Ergebnisse können nonverbal mit Symbolen wie „viel Wasser“ oder „wenig Wasser“ gekennzeichnet werden, wodurch das Experiment auch für DaZ- oder nonverbale Kinder gut zugänglich ist. Trichter, Halterungen und Arbeiten auf Tischhöhe unterstützen Kinder mit körperlichen Einschränkungen beim selbstständigen Eingießen. Da das Experiment visuell aufgebaut ist und mit schriftlichen oder bildlichen Anleitungen auskommt, eignet es sich auch sehr gut für gehörlose und hörbeeinträchtigte Kinder. Die einfache und die vertiefte Variante ermöglichen eine Differenzierung nach Alter, Vorwissen und Konzentrationsfähigkeit, während strukturierte Messschritte Orientierung für Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen geben.