In Anlehnung an das Werwolf Gruppenspiel
| Kampagnenset | 4 - Erde & Luft |
| Alter | ab 10 Jahren |
| Anpassungen notwendig für | Kinder/Jugendliche mit intellektuellem Förderbedarf, Sehbeeinträchtigungen |
| Ziel | Spielerische Wissensvermittlung Relevanz Bäume |
| Dauer | 30-45 Min |
| Material | Zettel mit Rollennamen |
Beschreibung
Auf einem fernen Planeten gibt es einen großen Wald namens Wurzelwald. In diesem Wald leben viele Menschen, Tiere und Pflanzen friedlich zusammen. Der Wald ist sehr wichtig, denn er sorgt für saubere Luft, frisches Wasser und hilft dabei, das Klima zu schützen.
Doch nicht alle gehen gut mit dem Wald um. Einige wollen immer mehr Bäume fällen, um daraus Dinge herzustellen oder Geld zu verdienen. Dadurch verändert sich der Wald, und das hat schlimme Folgen für alle Lebewesen. Wenn zu viele Bäume gefällt werden, wird der Wald krank. Die Luft wird schlechter, es gibt weniger Wasser und das Klima verändert sich.
In diesem Spiel übernehmen die Kinder verschiedene Rollen. Sie erleben, wie Entscheidungen den Wald, das Klima und das Leben der Menschen beeinflussen. Gemeinsam überlegen sie, wie der Wald geschützt werden kann und wie ein gutes Zusammenleben möglich ist.
In der Nacht schließen alle die Augen. Die Baumfäller:innen-Bande öffnet die Augen und wählt gemeinsam eine Person aus, die gefällt wird und aus dem Spiel ausscheidet. Danach schließen sie wieder die Augen. Anschließend öffnet die:der Waldhüter:in die Augen & kann seine:ihre Zauberkräfte einsetzen.
Am Tag öffnen alle die Augen. Die Spielleitung berichtet, was in der Nacht passiert ist. Danach sprechen alle miteinander und überlegen, wer zur Baumfäller:innen-Bande gehören könnte. Am Ende stimmen alle ab. Die Person mit den meisten Stimmen scheidet aus dem Spiel aus.
Das Spiel endet, wenn alle Baumfäller:innen aus dem Spiel sind. In diesem Fall gewinnen die Waldbewohner:innen und der Wurzelwald ist gerettet. Gewinnen die Baumfäller:innen, weil sie genauso viele sind wie die Waldbewohner, ist der Wald zu stark geschädigt.
Die Rollen:
Die Waldbewohner:innen von Wurzelwald
Diese Gruppe lebt im Wald und ist auf ihn angewiesen & wollen ihn unbedingt erhalten. Sie brauchen die Bäume für frische Luft, die Tiere für Nahrung und das Wasser zum Leben.
Ziel der Waldbewohner:
Den Wald schützen und dafür sorgen, dass er gesund bleibt. Dafür stimmen sie am Tag demokratisch ab, welche Person, von der sie glauben, dass es ein:e Baumfäller:in sein könnte, sie verbannen wollen.
Die Baumfäller:innen-Bande
Die Baumfäller:innen wollen Holz aus dem Wald holen. Am Anfang fällen sie nur wenige Bäume. Mit der Zeit werden es jedoch immer mehr. Oft tun sie das heimlich, wenn niemand hinsieht.
Aufgabe:
So viel Holz wie möglich sammeln, ohne entdeckt zu werden, indem jede Nacht ein:e Waldbewohner:in entführt wird.
Die Waldhüter:in
Die Waldhüter:in passt besonders gut auf den Wald auf. Sie beobachtet, was im Wald passiert, und erkennt früh, wenn etwas nicht stimmt.
Aufgabe:
Jede Runde erfährt die:der Baumhüter:in wer das Opfer der Nacht ist. Einmal pro Spiel, darf die:er Waldhüter:in eine Person verbannen, von der sie:er glaubt, dass es ein:e Baumfäller:in sein könnte & einmal ein Opfer retten.
Gerne könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen & weitere Rollen dazu erfinden. Hier nur ein paar Vorschläge: Schlaue Eule (sieht jede Nacht eine Rollenkarte), Blinzelfuchs (darf in der Nacht vorsichtig blinzeln), Alter Baum (kann erst beim zweiten Versuch gefällt werden), Heiler:in des Waldes (kann jede Nacht eine Person vor den Baumfäller:innen schützen)
Inklusionstipps
Das Spiel greift komplexe soziale und ökologische Zusammenhänge auf und muss je nach Gruppe stark angepasst werden. Durch das Reduzieren von Rollen, das Offenlegen von Spielphasen und den Verzicht auf geheime Abstimmungen kann das Spiel barriereärmer und kooperativer gestaltet werden. Visuelle, taktile oder erzählerische Elemente ermöglichen die Teilnahme von gehörlosen oder sehbeeinträchtigten Kindern. Klare Regeln, feste Abläufe und eine kooperative Spielweise unterstützen Kinder mit ADHS, im Autismus-Spektrum oder mit intellektueller Beeinträchtigung. Wichtig ist, dass die Spielleitung durch die Moderation viel Struktur & Sicherheit gibt & jeden Schritt erklärerisch begleitet.
Eine mögliche Variation ist, dass nicht die Kinder die Rollen übernehmen, sondern mit Kuscheltieren oder Puppen gespielt wird & diese von „außen“ bespielt werden.
Eine weitere Variation ist eine kooperative, offene Spielvariante ohne Ausscheiden (weniger Frustrationsrisiko):
In dieser Variante übernehmen die Kinder offen und sichtbar die Rollen der Waldbewohner:innen, der Baumfäller:innen und der Waldhüter:in, ohne geheime Absprachen oder geschlossene Augen. Zu Beginn beschreibt die Spielleitung den gesunden Ausgangszustand des Wurzelwaldes mit sauberer Luft, ausreichend Wasser und vielen Bäumen. Das Spiel verläuft anschließend in mehreren gleich aufgebauten Runden: Die Spielleitung nennt ein Ereignis wie das Fällen von Bäumen, woraufhin die Baumfäller:innen offen entscheiden, wie viele Bäume gefällt werden. Die Waldbewohner:innen überlegen gemeinsam, was diese Entscheidung für den Wald bedeutet, während die Waldhüter:in sichtbar eingreifen darf, etwa indem sie einen Baum schützt, Zusammenhänge erklärt oder eine Maßnahme vorschlägt. Nach jeder Runde schätzt die Gruppe gemeinsam ein, ob es dem Wald gut, mittel oder schlecht geht, zum Beispiel mithilfe von Symbolen oder Handzeichen. Niemand scheidet aus dem Spiel aus, und alle Entscheidungen bleiben nachvollziehbar. Das Spiel endet, wenn der Wald über mehrere Runden stabil bleibt oder deutlich geschädigt ist, und kann mit einer kurzen gemeinsamen Reflexion abgeschlossen werden, in der der Bezug zur echten Welt hergestellt wird.