| Kampagnenset | 4 - Erde & Luft |
| Alter | ab 6 Jahren |
| Anpassungen notwendig für | Kinder/Jugendliche mit intellektuellem Förderbedarf |
| Ziel | Spielerische Wissensvermittlung Bodenanreicherung |
| Dauer | 30 Min |
| Material |
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Beschreibung
Durchführung – einfache Version
- Gebt in jedes Glas etwas von einer anderen Art von Erde. Achtet darauf, dass ihr die Erde beim Einfüllen nicht selbst verdichtet. Wenn ihr Erde von einem verdichteten Weg oder ähnliches Ort genommen habt, dann könnt ihr sie ruhig nach dem Einfüllen ein bisschen zusammendrücken, damit sie so dicht ist, wie ihr sie gefunden habt.
- Füllt nun in ein Glas nach dem anderen langsam Wasser hinein und beobachtet, was passiert.
Durchführung – vertiefte Version
Ältere Kinder und Jugendliche können sich vor Schritt 2 die unterschiedlichen Bodenarten genauer ansehen und vergleichen. Außerdem könnt ihr schon vorher Vermutungen anstellen, was wohl passieren wird, wenn Wasser in die Gläser gefüllt wird.
Um genauer zu vergleichen, welcher Boden wie viel “atmet” - also wie viel Luft in sich hat - könnt ihr bei Schritt 2 genauer vorgehen: Füllt dazu in jedes Glas die gleiche Menge Wasser ein und stoppt jeweils die Zeit, bis ihr keine Lustblasen mehr aufsteigen seht. Außerdem könnt ihr mit einem kleinen Lineal oder einer Schiebelehre messen, wie große die Lustblasen in den verschiedenen Bodenarten sind.
Erklärung
Boden ist ein poröses System aus Feststoffen (Sand, Schluff, Ton, Humus) und Hohlräumen. Diese Poren enthalten entweder Luft oder Wasser — je nach Feuchte, Korngröße und Verdichtung. Beim Einfüllen des Wassers treiben Luftblasen an die Oberfläche: das ist die in den Poren eingeschlossene Luft, die vom Wasser aus dem Boden herausgedrückt wird. Lockerer, humoser Boden hat viele große und kleine Poren. Er enthält also generell mehr Luft und weil er so locker ist, können die verschiedenen Gase (CO2, das im Boden entsteht, Sauerstoff, der von außen dazu kommt und Wasserdampf vom Wasser im Boden) sich besser vermischen und sozusagen “Plätze tauschen”. Das nennt man Gasaustausch. Auch das Wasser kann durch diese großen Poren besser ablaufen, was z.B. bei starkem Regen wichtig ist, damit es nicht zu Überschwemmungen kommt. Verdichtung (z. B. durch Fußgängerzonen, Befahren, Baufahrzeuge) quetscht Poren zusammen, reduziert Gas- und Wasseraustausch und macht den Boden für Wurzeln und Mikroben lebensfeindlich.
Warum ist das wichtig fürs Klima?
In lockerem Boden kann mehr CO2 gespeichtert werden. Das liegt daran, dass darin mehr Luft und mehr Wasser vorhanden ist, was für die dort lebenden Tierchen und Mikroorganismen überlebenswichtig ist. Diese wiederum arbeiten den Boden um und produzieren Humus, das nicht nur super für die Pflanzen ist, sondern in dem auch viel CO2 langfristig gespeichert ist. Wenn diese Tiere und Organismen im Boden nicht mehr leben können, weil zu wenig Lust und Wasser darin sind, wird dieses CO2 auch wieder freigesetzt. Auch Pflanzenwurzeln brauchen luftigen und nährstoffreichen Boden, sonst sterben sie ab.
Außerdem schützt gesunder und luftiger Boden auch vor Überschwemmungen, weil das Wasser viel besser abrinnen kann und auch besser und länger gespeichert werden kann. Das wiederum schützt zum einen z.B. vor Erdrutschen und trägt zum anderen dazu bei, dass die Wurzeln genug Wasser in die Pflanzen transportieren können.
Inklusionstipps
Das Experiment ist für viele inklusive Gruppen gut umsetzbar, da es vor allem über Beobachten und Fühlen funktioniert und nur wenig Sprache benötigt. Anweisungen und Ergebnisse können mit Piktogrammen, Schrift oder durch Zeigen vermittelt werden. Für Kinder mit Sehbeeinträchtigung eignen sich dickwandige Gläser und sehr grobe Erde, damit aufsteigende Luftblasen als Vibrationen spürbar sind; auch das langsame Eingießen des Wassers kann gemeinsam erfühlt werden. Bei motorischen Einschränkungen helfen Trichter, Becher mit Griff oder Handführung, alternativ können Erwachsene gießen, während die Kinder beobachten oder fühlen. Klare, kurze Schritte sowie die Möglichkeit, zwischen Rollen wie Gießen, Beobachten oder Fühlen zu wählen, unterstützen zudem Kinder mit sozial-emotionalen Herausforderungen oder ADHS.